Psychotherapie – Gestalttherapie

Gestalttherapie

„Das ganze Leben bildet den Hintergrund

für den gegenwärtigen Augenblick.“

 

Gestalttherapie ist eine weltweit anerkannte psychotherapeutische Methode und eine Grundhaltung zum Leben. Gestalttherapeutisches Können und Wissen, wie es seit mehr als vier Jahrzehnten am Institut für integrative Gestalttherapie Würzburg (IGW) entwickelt und gelehrt wird, ist eine hervorragende Arbeitsgrundlage in therapeutischen und beraterischen Settings wie auch in Coaching- und Trainingsprozessen.

Die Gestalttherapie gehört zu den humanistischen Psychotherapieverfahren. Der Begriff „Gestalt“ meint Ganzheit und steht dafür, wie sich ganzheitliches Erleben und Verhalten organisiert. Krankheit und Störung werden als Verlust von Ganzheit angesehen.

Die Gestalttherapie interessiert sich besonders für den Kontakt bzw. die Art und Weise, wie wir mit uns selbst oder mit unserer Umgebung in Beziehung treten.

Dabei schlägt sie vor, nicht so sehr nach den Ursachen von Schwierigkeiten zu suchen, als vielmehr neugierig und aufmerksam auf unser Leben zu schauen, zu erforschen, wie wir mit unserer Umwelt in Austausch sind, was diesen Austausch fördert und was uns möglicherweise dabei behindert.

Gestalttherapie ist prozess- und erfahrungsorientiert und hilft, in Achtsamkeit die innere und äußere Situation klar zu erkennen. Das Ziel: Selbstregulierung, die Integration der Person und deren kreative Anpassung in ihrer Umwelt sowie Stimmigkeit und differenzierte Reifung nach innen und außen.

Psychotherapie sieht nicht vor, Menschen zu behandeln,

die an einer Störung leiden,

sondern Störungen zu behandeln,

die bei Menschen anzutreffen sind.

 U. Geuter

 

Als Gestalttherapeut trete ich in Kontakt mit meinem Gegenüber. Ein Klient ist kein Objekt mit Krankheitssymptomen. Gestalt-Psychotherapie meint beziehungsorientierte Veränderung, ein Prozess, in einer hilfreichen therapeutischen Beziehung, in der sich ein Patient, eine Klientin spürend und fühlend erleben kann. Es ist ein „In-Dialog-Sein“ und ein daran Wachsen im Sinne von Martin Buber. Denn: Psychotherapie ist (Selbst-) Heilung in und durch eine heilsame Beziehung, die im Verlauf an Vertrauen und Tiefe gewinnt.

Leben ist Veränderung

Veränderung ist die Kunst, gut zu gestalten

Im Gestalten kommt (wieder) Hoffnung auf.

Durch Hoffnung entstehen Freude, Lust und Sinn.

Sinn erzeugt, „fühlbare“ Stimmigkeit und Zentrierung.

Zentrierung heißt, in der Mitte sein.

In der Mitte sein heißt, im (Lebens-)Fluss sein.

Im Fluss sein ist Veränderung.

Veränderung ist Leben.

Leben: Hier, Jetzt, Sein.

Gestalt: Sein – Jetzt. Und: Hier.

Gestalttherapie wurde in den 1950er Jahren von Laura und Fritz Perls zusammen mit Paul Goodman entwickelt und formuliert und hat sich in den 1970er Jahren auch in Europa verbreitet.

Die theoretische Quellen der Gestalttherapie sind vielfältig: die Psychoanalyse, die Gestaltpsychologie, die Feldtheorie, die Phänomenologie und die Existentialphilosophie.

Theorie und Praxis wurden ständig weiterentwickelt. So ist Gestalttherapie heute ein wissenschaftlich fundiertes Psychotherapieverfahren. Sie steht in der Tradition der humanistischen Psychologie. Neben der Psychotherapie hat sie auch Eingang in viele Berufsfelder (Beratung, Lehren, Lernen, Organisationberatung- und Entwicklung, Seelsorge) gefunden und ihre Effizienz und ihr emanzipatorisches Potential freigesetzt.

 

Literaturempfehlung:

Staemmler, F.-M. (2009) Was ist eigentlich Gestalttherapie? Eine Einführung für Neugierige. Bergisch Gladbach: EHP

Votsmeier-Röhr, A./Wulf, R. (2017)Gestalttherapie. München: Reinhardt

Yalom I. D. (2002) Der Panamama-Hut Ode rWas einen guten Therapeuten ausmacht. München: btb

Pernter, G./Grillmeier-Rehder, U. (2019) Spiegelungen des Hier und Jetzt. Gevelsberg: EHP

Pernter, G. (2008) Spiritualität als Lebenskunst. Bergisch Gladbach: EHP

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