Psychotherapie

Zur Psychotherapie:                                      

1. Allgemein:

Psychotherapie ist ein Dialog. Ein Prozess, in dem sich Menschen miteinander auseinandersetzen und im Gespräch über ihre Gefühle, Erfahrungen und Haltungen in Beziehung treten. In dieser Auseinandersetzung bleibt dabei der gemeinsame Fokus auf der Person des „Gesprächsuchenden“, während der Therapeut neben seinem Fachwissen sein eigenes Erleben, seine Gefühle und seine Haltungen für gemeinsame Reflexion und Entwicklung zur Verfügung stellt.

Das Leben in der heutigen, schnelllebig und dynamisch gewordenen Zeit bringt es mit sich, dass wir uns in den unterschiedlichsten Lebenswelten zurechtfinden müssen.

Dabei hat das einzelne Individuum immer häufiger das Gefühl in eine Position der Ohnmacht, der Überforderung und manchmal auch des Ausgeschlossen-Seins zu rutschen. Aufgrund der zunehmenden Geschwindigkeit von Wirtschafts- und Kommunikationsprozessen ist die Komplexität des Alltags heute vom Einzelnen oftmals kaum mehr zu durchschauen.

Familienzeit und intime Beziehungsgestaltung wird an den Rand gedrängt (keine Zeit, keine Energie, keine Lust). Dennoch wird von uns erwartet und erwarten wir auch von uns selber die scheinbar stetig steigenden Ansprüche reibungsfrei zu bewältigen. Dieser Druck, dieser hohe Anspruch führt nicht selten zu konflikthaften Überforderungen und in die „Erschöpfung“.

2. Psychodynamische Therapie:                  

Das Menschenbild und das Verständnis der Psychoanalyse stellt für meine Arbeitsweise das Grundgerüst dar. Das psychodynamische Verständnis des Menschen beinhaltet Ambivalenzen und Konflikte, wir sind Sozialwesen mit Veranlagungen für Gut und Böse, für Liebe und Hass! Manches davon ist uns klarer, bewusster. Manches unklarer, weniger bewusst.

Nachgeben oder durchsetzen? Still halten oder den Mund aufmachen? Gehen oder bleiben? Unterstützung suchen oder uns selber helfen? Wir sind manchmal hin- und her gerissen, stecken in einem Konflikt! Schwierig kann es werden, wenn unsere Fähigkeit Konflikte zu lösen geschwächt, gestört ist. Dann kann therapeutische Begleitung Sinn machen.

Psychoanalyse, Psychotherapie, Paarcoaching/Paartherapie, Supervision und Coaching bieten manchmal eine Möglichkeit, die innere und die äußere Welt des Einzelnen besser zu verstehen, sich wieder als selbst wirksam zu erfahren, dabei auch die eigenen Grenzen und unsere menschlichen Begrenzungen annehmen zu lernen und dadurch die eigene Welt möglicherweise kompetenter gestalten zu können. Dazu ist jedenfalls „Innenweltarbeit“ nötig. Manchmal ist das alleine aber auch zu wenig. Manchmal müssen wir uns auch fragen, was an äußeren Einwirkungen hemmend und beschränkend wirkt (Lebensumstände, berufliche Zwänge, Partnerschaft, politische Verhältnisse . . .), was Veränderung schwierig macht. Und vielleicht Entscheidungen treffen, welche neue Entwicklungen anstoßen.

3. Dauer:

Die Dauer einer Therapie hängt von mehreren Faktoren ab, vor allem von der Schwere der Beeinträchtigungen, der Veränderungsbereitschaft und Veränderungsfähigkeit, aber auch von den Veränderungszielen, die angestrebt und gemeinsam vereinbart werden.
In einem gelingenden Prozess können sich Patient und Therapeut gemeinsam mit schwierigen (vielleicht kränkenden und daher krank machenden) bisherigen persönlichen Erfahrungen konfrontieren, diese psychische Auseinandersetzung kann zu größerem Selbstbewusstsein und zu größerer Selbstbestimmung führen, aber auch zu einer Versöhnung mit dem eigenen bisherigen Leben.
Literaturempfehlung:
Hüther G. (2011): Was wir sind und was wir sein könnten. S. Fischer Verlage.
Luepnitz D. A. (2007): Schopenhauers Stachelschweine. Psychotherapiegeschichten über die Nähe und ihre Tücken.
Psychosozial Verlag. Gießen.
Roth G./Heinz A: Das Gehirn selbst nimmt sich nicht wahr. Hirnforschung und Psychotherapie. V&R
Yalom I. D. (1999): Die Liebe und ihr Henker und andere Geschichten aus der Psychotherapie. btb Verlag. München.